Beratung für gewaltbetroffene Frauen und Kinder

Beratung für gewaltbetroffene Frauen

Ein Eintritt ins Frauenhaus ist mit einschneidenden Veränderungen im Alltag der betroffenen Frauen verbunden. Es stellen sich viele Fragen, welche in  regelmässigen Einzelgesprächen mit der zuständigen Fachberaterin thematisiert werden. Die Beratung im Frauenhaus ist ressourcen-, ziel- und lösungsorientiert. Die Bedürfnisse der Klientinnen stehen im Zentrum und ihre Entscheidungen werden respektiert. Bei Bedarf werden Übersetzerinnen beigezogen.

Das Beratungsangebot umfasst folgende Aspekte:

  • Krisenintervention
  • Gefährdungseinschätzung und Einleitung notwendiger Schutzmassnahmen
  • Unterstützung bei der Verarbeitung der Gewalterlebnisse
  • Information, Beratung und Begleitung in strafrechtlichen Fragen
  • Rechtsberatung bezüglich Trennung, Scheidung und Aufenthaltsrecht
  • Vernetzung mit anderen Institutionen und Fachpersonen
  • Finanzielle Soforthilfe gemäss Opferhilfegesetz 
  • Leisten und vermitteln von materieller Hilfe
  • Unterstützung bei der Zukunftsplanung, im Entscheidungsprozess und bei der Alltagsbewältigung
  • Nachbetreuung bei Bedarf

Entscheidet sich eine Frau, zum Partner oder in ihre Familie zurückzukehren, vermitteln wir Adressen von geeigneten Paar- oder Familienberatungsstellen. Zudem besprechen wir mit ihr, wie sie sich und ihre Kinder bei erneuter Misshandlung schützen kann.

Angebote für Kinder

Von häuslicher Gewalt mitbetroffene Kinder übernehmen zu Hause oft viel Verantwortung und geben sich selber die Schuld für die häusliche Gewalt. Sie sind häufig traumatisiert, zeigen Entwicklungsrückstände und Verhaltensauffälligkeiten. Dies kann auch passieren, wenn sie die häusliche Gewalt „nur“ Miterleben. In einem Klima von Angst hat es oftmals wenig Platz für die seelischen Bedürfnisse der Kinder wie z.B. Geschichten hören, malen, basteln, Rollen – und Konstruktionsspiele und einfach Kind sein.

Das Frauenhaus arbeitet mit dem Resilienzkonzept. Das Gleichgewicht zwischen Anforderungen und Ressourcen bildet den Schlüsselbegriff des Förderansatzes. Die pädagogischen Interventionen haben zum Ziel Resilienzprozesse zu aktivieren und somit den Aufbau und Erhalt zahlreicher Schutzfaktoren zu fördern. Zusätzlich werden die Mütter in ihrer Mutterrolle gestärkt und in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützt.

Das Frauenhaus Bern bietet den Kindern verschiedene Angebote an:

Kinderanimation:

Die Kinderanimatorin verbringt drei Nachmittage pro Woche mit den Kindern draussen in der Natur und organisiert Freizeitaktivitäten wie z.B. Spielen auf Spielplätzen, Wandern, Bräteln, Waldspaziergänge etc. Ziel ist es, dass die Kinder postitive Erfahrungen mit einer männlichen Person machen können und  durch die kindgerechte Freizeitgestaltung  ihre Sorgen für einen Moment hinter sich lassen können.

Die Kinderfachfrau bietet den Kindern zweimal in der Woche ein Kinderangebot an. Das Angebot beinhaltet jeweils eine geführte Sequenz im Kreis, eine Aktivität am Tisch und geleitetes Freispiel. Das Angebot ist individuell auf die Bedürfnisse der Gruppe oder einzelner Kinder ausgerichtet und hat zum Ziel Resilienzprozesse zu aktivieren.

Beratung für Kinder und/oder Mütter:

Einmal pro Woche bietet die Kinderfachfrau eine Beratungssequenz an. Dieses Angebot kann individuell genutzt werden, sei es für ein Einzelgespräch mit einer Mutter, eine Einzelförderung mit einem Kind oder eine Mutter-Kind Intervention zur Förderung der Mutter – Kind – Bindung. Zielsetzung ist die Stärkung der Mutterkompetenz und die Aktivierung von Resilienzprozessen.

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